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PATOS Verlag 

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REQUIEM 

für ein ungeborenes Kind

 

I  Das Kind

Und siehe da

du bist ein Mensch geworden:

denn damit ein Anfang sei

ist der Mensch erschaffen.

Und ein Mensch ist auch schon

was erst ein Mensch werden soll:

 

Kinder sind die Sterne der Erde.

Unbegreiflich woher sie kommen

unergründlich wohin sie gehn’

schlummert die Weisheit

der Schöpfung in ihnen.

 

II Die Eltern

                            (Begegnung):

Die Welt wurde Statist

so bin ich denn verliebt.

                              (Hochzeit):

Nur du

und die Würmer im Sarg?

                               (Ehe):

Wenn du

meine Wahrheit nicht erträgst,

werde ich dich belügen.

 

III Die Gesellschaft

Fröhlich spielt mein Kind

und hinter dem Zaun üben

Soldaten den Krieg.

 

IV  Die Schöpfung

Beibende Taten

glaubst du zu schaffen.

Und kannst es doch nicht,

wie die Natur nicht,

Und wie Gott auch nicht.

 

Denn ewig ist die Wandlung

wo nichts und alles bleibt

im Raume der Zeit.

 

Eigenleben

muss sterben

damit Leben

sich niemals entzweit.

 

Was bleibt dir noch übrig

als den Nächsten zu lieben

von dem dich nur das Sterben trennt.

Denn ewig ist einzig die Einheit

und ewig ist die Einheit im Wandel.

 

Bleibende Taten

wirst du nie schaffen.

Wie die Natur nicht

und wie Gott auch nicht.

 

V  Zukunft 1

Der Adler          kreist     zum Lamm

Das Schwein    beisst    sein Ferkel

Der Mensch      greift      vorher an

 

Syphilis - Aktion:

die Welt ist gar und schön. Nicht?

 

Zuviel in Aktion:

die Welt ist schön und gar nicht.

 

Zuviel in Arsen:

die Welt ist. Und gar nicht schön.

 

Sterilisation:

die Welt ist gar nicht: und schön.

 

Zivilisation:

gar nicht! Und die Welt ist schön.

 

VI  Zukunft 2

Ein Sein um da zu sein

braucht viel Schwein im Menschverein

 

to be or not to be

to be not or to be

to be too or be not

the question is:

fifty / fifty      dead or alive

50 % 50      live and let die

 

VII  Zukunft 3

Selig schläft ein Kind

Tief in einem Bauch:

Ma...Ma

Trau Ma

 

Noch im Eins sein

schleicht das Gift herein

e - wiege     Schlange

Keiner weiss den Tod!

Du hörst ihn vorher:

     Gross-  und

 A- Eltern

 

Mehr Blut als Tränen;

geht über Bord

ein Name vom Ort:

unter -

schriftlos

Dies † Jen            

   AbOrt:

dem Ort wo man scheisst

        und Leben ver(r)eist

ohne PapiEr

 

Zukunft? Was ist das.

Gemeint war ein Mensch

und wird:

Nie sein.

 

VIII

Einer kam und sprach:

„Die Welt ist entstanden

und der Mensch wird vergehn.“

Man liess ihn ins Haus.

 

Ein anderer sprach:

„Auch der Mensch entsteht

und die Welt vergeht.“

Man warf ihn raus.

 

Ein Dritter sprach:

„Geboren

wird alles,

bis in den Tod.

Und alles

wird sterben

von Anfang an.“

Ihn lacht man aus.

 

Also sagte der Vierte:

„Und nicht als ein Andrer

wirst du geboren

wenn du einmal

zum DaSein

gezeugt bist !“

 

IX

Mut!    

In der Mitte

will ich hinuntersteigen

zu diesem dunklen Tor.

 

Im Lichte der schwarzen Sonne

komm ich zu Dir

Du warmes, blutiges Weib.

 

Nimm mich auf:

ich will ruhn  und versinken

bis zum letzten Ton.

 

Und jetzt!

Wirf mich raus in die Welt.

“Mutter! Ich lebe

und kenne den Tod.“

 

Und siehe da

du bist ein Mensch geworden!

Und weisst nicht wie;

und weisst nicht wann.

 

Ninnanànanna        Natura

Ninnanànanna        Matura

Ninnanànanna        Nascitura

                                        

 

                                                                                                              

 

   

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