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Fraziskanisches Oratorium                              

 

Die ursprüngliche Komposition entstand in einer Zeit der Umwälzungen in meinem Leben, nämlich meiner Abwendung von der Rock-Musik mit ihrem beschwingt luxuriösen Lebensstiel. Neuorientierung hatte ich noch keine. Die Errungenschaften der E-Musik waren mir noch weitgehend fremd und überhaupt war alles „klassische“ höchstens eine lästige Erinnerung ans Konservatorium. Mit diesen Voraussetzungen begegnete ich dem Gedankengut des Franz von Assisi; und zwar mit solch radikaler Begeisterung, dass ich fortan während längerer Zeit in den Tessiner Bergen und Tälern eine möglichst konkrete Nachfolge zu leben versuchte.

Und „ohne zu säen“ trug die Welt mich tatsächlich!

 

Diese glückliche Erfahrung webte sich beim Komponieren wie von selbst in mein Werk: es hat weder eine durchgehende Struktur, noch wurde es von einem Zeitgeist geprägt. Der Nenner ist einzig meine damalige Motivation, also die Absicht, den Lobpreis zu erleben und musikalisch umzusetzen; und zwar im Sinne des Ägideus – einer der ersten Weggefährten des Heiligen Franz  – welcher einst sagte: „Niemand soll den Namen Franziskus aussprechen, ohne dabei grosse Süssigkeit zu empfinden.“ Als Vorlage für meine Komposition dienten mir drei zentrale Texte: „Il Cantico delle Creature“, das „Salutatio Virtutum“ und das „Preghiera a San Damiano“, sowie – in Franziskanischer Tradition – eine eigene Interpretation des „Preghiera del Signore“ („Gebet des Herrn“ oder „Vater unser“). 

 

Nach 25 Jahren beschäftige ich mich nun erneut mit dem Oratorium. Meine Absicht ist nicht es zu verbessern - denn die Gefühlstiefe, die mich damals mit S.Fr. verband und deren Ausdruck die eigentliche Stärke der Komposition ist, habe ich heute nicht mehr - aber ich glaube meine mittlerweile erworbene Erfahrung, sowie die Erweiterung des Orchesters mit den bereits im ersten Entwurf geplanten Bläsern, können das Werk komplettieren. Bei dieser Überbarbeitung muss ich allerdings stets auf der Hut sein die Simplicità, welche auch musikalisch als positive Naivität hervortritt, nicht anzutasten und zu verlieren, denn letztendlich macht genau sie den Lobpreis, die Laude, also die Wahrheit des Werkes aus.

 

Einfachheit und Schönheit sind bereits im Text des Cantico delle Creature die herausragenden Adjektiven Merkmale. Es fällt sofort auf, dass bei den Aufzählungen einzig „schön“ in drei verschiedenen Versen und das verwandte „preziös“ in zwei weiteren wiederholt werden. S.Fr. erkennt die ganze Grösse der Schöpfung, den göttlichen Strahl in der, der Kreatur innewohnenden Schönheit. Dies absolut im Gegensatz zu der damaligen Auffassung. In unzähligen Beispielen tritt aber immer wieder hervor, dass er eine ganz andere Sicht der Dinge hatte als die offizielle Kirche. Und als zwischenzeitlich der Orden, den er gegründet hatte immer mehr von seinen Prinzipien abdriftet, steht er sogar im Streit mit diesem, was dann einige Zeit nach seinem Tod bei erneutem Abrücken von den ursprünglichen Regeln zur Spaltung des Ordens führte.

 

S.Fr. war nicht akademisch geschult wie ein Augustinus oder Thomas von Aquin, weder philosophisch noch theologisch und ich betrachte es als krasse Verfälschung die Sicht von ihm in der Augustineschen Tradition zu suchen. Mir scheint viel mehr, dass S.Fr. ein Gegensatz zu dieser und damit der damaligen offiziellen Theologie darstellt. Auch stammt seine Erfahrung aus ganz anderen Erkenntnismethoden als diejenige von Augustinus. Wenn überhaupt, so sehe ich mehr Übereinstimmung gerade mit Thomas von Aquin, denn auch dieser ist der Ansicht, dass Gottes Wirkung in der Natur vermittelt wird, dass sie sich auf Grund der Ähnlichkeit von Schöpfer und Geschöpf aufeinander beziehen und dass das Wesen Gottes nur stückweise aus verschiedenen Erscheinungen (creature) zusammengesetzt und erfasst werden kann. Genau das, was S.Fr. im Cantico auf schlichte und überzeugende Art tut. Der transzendierende und bloß außerhalb der Zeit und dem Diesseits sich befindende Gott des Augustinus, scheint mir der Vorstellung des S.Fr. genau so fern, wie die sich daraus resultierende Prädestinationslehre, welche eine Kluft zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpften öffnet. Seine revolutionäre Aufwertung des Lebens und allem Lebendigen, die Identifizierung von Gott mit seiner Kreatur ist in evidentem Widerspruch dazu. Alles was Franziskus sieht, scheint ihn zu lehren, dem Schöpfer auch bei allem was er nicht sieht zu vertrauen; denn tatsächlich scheint die wahre Lehre von der Allgegenwart die, dass Gott in all seiner Fülle an jeder Stelle der Schöpfung in Erscheinung treten kann. 

 

Zwar war der Franziskaner Orden später Hauptgegner bei der Verankerung der Lehren von Thomas von Aquin (und durch ihn denjenigen des Aristoteles) als offizielle Katholischen Doktrin, aber das verwundert nicht, denn wie weit der Orden in der Folge von ihrem Gründer abgedriftet und konservativ wurde, kann man noch heute in Assisi beim Betreten der Basilika, und noch krasser im Paradox des Kirchleins Portiunkula zum sich darüber wölbenden Dom von St. Angelo, in Augenschein nehmen.  

 

Als Sohn eines reichen Kaufmanns hat S.Fr. die Misere und gesellschaftlichen Konflikte, die der damals aufkommende Handel der Menschheit (und der Natur) bringen würde, deutlich erkannt. In einer wörtlichen Nachfolge Christi und nicht in einer gedeuteten, sah er den Ausweg, die alternative Antwort zu dem was kommen wird... und was auch kam! Einzig das Evangelium, die Realität von Christus war das Mass und nicht die Interpretation, also die Kirche und ihre Theologie. Dafür setzte er seine ganze Existenz ein und predigte nicht bloss oder verfasste als Intellektueller nicht einfach nur Gedichte, Gebete und Schriften, sondern wurde selbst zum vielleicht einzigen Christen. Diese polemische, radikale Haltung führte gegenüber der Kirche – mit der er im Übrigen nie in einem wirklichen Konflikt stand - zu einer moralischen Überlegenheit und erklärt die enorme Wirkung und den sofortigen Erfolg des Ordens. Obwohl Franziskus stets den Wert der Kirche respektierte und seine Bewegung unbedingt als Mitglied von ihr wissen wollte, war wohl weniger die Absicht dabei sich anzupassen, als viel mehr der Wille, innerhalb von ihr eine reformatorisch ergänzende Wirkung einzunehmen. Diese Hoffnung war durchaus nicht unbegründet, denn Papst Innozenz III bestätigte überraschend früh schon die ersten Ordensregeln und der Bischof von Ostia, der spätere Papst Gregor IX war ihm sehr zugetan und Freund, wurde auf sein Bitten sogar Schirmherr des Ordens und sprach ihn zwei Jahre nach seinem Tod bereits Heilig. Rechnet man die mit den Franziskanern gleichzeitig aufkommende Dominikanerbewegung dazu, so kann man tatsächlich von der Entstehung eines Mahnmal oder Gewissens Christi innerhalb der Kirche sprechen, welches durch das überaus geglückte Pontifikat von Papst Gregor IX in dieser Zeit ermöglicht wurde.

 

Zu diesem offensichtlichen Konflikt, welcher zwischen San Francesco und der Kirche im Verständnis des Christentums bestand (und besteht), sind seine eigenen Worte besonders interessant: „Zur Unterstützung des Klerus sind wir gesandt, damit das was ihm fehlt, von uns ersetzt werde“ und „Wenn ihr (Minderbrüder) Söhne des Friedens seid, werdet ihr Volk und Klerus für den Herrn gewinnen,….. ersetzt daher ihre (dem Klerus) vielfältigen Mängel“ (Thomas von Celano).

 

 

CANTICO DELLE CREATURE

 

Franziskus, der also die Zeichen seiner Zeit und deren Wirkung bis in ferne Zukunft klar erkannte, setzte seine Erkenntnis mit seinem Leben existentiell in die Tat um. Und dies scheint mir eine idealistisch, romantische Haltung, weil sie ganzheitlich Gefühl, Intellekt und Empfinden gleichermassen auslotet. Für mich war damals, bei der ersten Niederschrift der Komposition, denn auch intuitiv klar, dass ich nicht bloss schöne Verse vertonen will, sondern deren Bedeutung erleben.

Der Cantico besteht aus Themen und Motiven. Während erstere musikalischer Ausdruck der Verse sind, kommt letzteren der Zweck und Bedeutung von Leitmotiven zu. Sie stellen, wie auf einer zweiten Ebene, innerhalb der Komposition die Zusammenhänge her. Dies ist – trotz ganz anderer Musiksprache – eine Wagnerianisch-romantische Arbeitsweise, welche mir aber für mein Vorhaben und Verständnis von S.Fr. richtig und angebracht erschien:

 

Vers I

Die erste Laude umfasst die ganze Schöpfung und versteht sich aus der Geisteshaltung des heiligen Franz. Wir werden im Verlauf des Sonnengesangs sehen - und ich werde meine Überzeugung begründen können - dass er nie die Schöpfung von ihrem Schöpfer trennt. Gott ist nicht Architekt seiner Kreation, also getrennt von seinem Werk, sondern identisch mit ihr; das heisst: der Schöpfer ist selbst seine Schöpfung und in ihr enthalten. Wenn aber der Schöpfer selbst in seiner gewaltigen Emanation enthalten ist, muss er selbstverständlich allmächtig sein. Gott ist also nicht ein erhabener Wotan in Asgard, ein waltender Zeus im Olymp, oder weissbärtiger Greis im Himmel, sondern all-mächtig, weil er in allem enthalten ist.

Musikalisch drücke ich dies aus indem ich die verschiedenen Motive – ausser Erde und Wind – vor das Allmachtmotiv (T.23) der Orgel setze. Der Effekt ist natürlich der einer Art Ouvertüre, aber der Sinn ist der oben genannte. Das erste Motiv ist dasjenige der Sonne (T.5,6&10). Damit entspreche ich der einzigartigen Stellung, welche S.Fr. ihr beimisst. T.11,12: Beatitùdine, T.13,14: Feuer- und Wassermotiv gleichzeitig, T.15: der Mond, T.15-18: der Tod, T.23 und folgende: das Allmachtmotiv. 

 

Vers II

S.Fr. misst der Sonne eine herausragende Bedeutung bei, mehr als allen anderen Kreaturen. In einigen Biografien ist der Cantico auch als „Sonnengesang“ betitelt und in einer steht geschrieben: „die Sonne ist schöner als alle anderen Kreaturen und kann sich besser mit Gott assimilieren.“ Deshalb wiederhole ich mit dem Chor „messor“ drei mal und nachdem die Sonne und ihr Motiv genannt ist (T.24,25 & 100,101), folgt: „welche Tag ist und uns für Ihn erleuchtet“ (lo qual é iorno et allumini noi per lui). Die Sonne ist Tag, der Lichtbringer und ermöglicht wie nirgendwo so sichtbar Ihn, den Schöpfer, zu erkennen; und zwar in der Schönheit!: „und Jener (die Sonne) ist schön“ (ed ellu è bellu). - PS: die Sonne ist in den lateinischen Sprachen männlich: der Sonne. –

Noch ein Wort zu „cum“ im ersten Satz von Vers II: Es besteht die verbreitete Meinung „cum“ bedeute hier „durch“ (tramite). Ich bin aus den oben erwähnten Gründen der Überzeugung es bedeutet: „mit“ (con).

Es scheint mir verständlich, dass S.Fr. Gott vor allem in der Sonne lobpreist (Beatitùdine-Motiv T.95,96), denn von ihr geht jede Entwicklung auf der irdischen Sphäre und in unserem Sonnensystem aus. Der nächste Satz im Vers vertieft meine These, wonach er die Schöpfung nicht von ihrem Schöpfer trennt: „sie trägt Herr, Deine Bedeutung“, (de te altissimu porta significatione).

Dem verleih ich Gehör durch mein siebentoniges, diatonisches Schöpfungsstrahl-Motiv (T.47-59 & 89-91), welches sich kompositorisch durch eine serielle Durchführung systematisch entwickelt, kausale Zusammenhänge und mathematische Form schafft; genau wie die Sonne ebenfalls kausal auf die Kreatur einwirkt. Im Ausdruck wird das Sonnenmotiv in T.100/101 nach einem diffusen, Zusammenziehen kosmischer Nebel (T.76-99) wie ausgespuckt oder geboren.

Vers III

Das Mond- und Nachtmotiv (T.1-8 & 19-22 & 39-45) ist verklärt, das dazugehörige Thema während dem Gesang (T.9-12 & 23-26) glitzernd wie Sterne, welche miteinander während den Triolen in einen tänzerischen Reigen geraten (T.13-18 & 27/28). Von T.19 bis 21 erscheint in der Krebsführung das Motiv des Schöpfungsstrahls: in Umkehrung zur Sonne und dem Tag, leuchten Mond und Sterne nachts. Die Nacht ist aber nicht nur der ruhige, gedämpfte Teil des Tages, sondern auch die Zeit der Feste, Feiern, des Tanzes und der Liebe. Deshalb das rhythmische Thema von T.29-38.

Auch in diesem Vers gibt es verschiedene Auslegungen zum Wort „per“. Die eine ist kausal, das heisst, Gott wird gelobt, weil er Mond und Sterne geschaffen hat. Ich schliesse mich allerdings der Meinung an, dass hier „per“ die Bedeutung von „durch“ (attraverso) hat: durch den Lobpreis für Mond und Sterne wird der Kreator in ihnen gepriesen.     

 

Vers IV

S.Fr. spricht mit den Vögeln, das heisst: er muss erst mal ihre Sprache erlernen und haut bei seinem ersten Lehrmeister (Vogel-Flöte) zuerst furchtbar daneben, bricht in T.5 sogar seinen Gesangsversuch ab, nähert sich aber allmählich der richtigen Intonation. Als er den Ton trifft, freut sich der Vogel (T.8) und andere stimmen ein, denen er nunmehr antworten kann (T.9-16). In T.17/18 grollt von ferne ein Gewitter. Die Vögel erkennen die Gefahr, die menschliche Ratio aber nicht: S.Fr. zwitschert weiter als wäre nichts und die Vögel antworten ihm immer ängstlicher und spärlicher. Das Gewitter kommt näher (T.24/25) und in T.27 setzt schliesslich das Wind-Motiv ein. Nach dem Chorthema mit dem dreimaligen Wettermotiv, kommt in T.50-54 auf die Textstelle „le tue creature“ das Motiv der Beatitùdine.

 

Vers V

Meine Vorstellung vom Wasser sind viele Gewässer, die von den Bergen fliessen (T.1-13) um erneut, den Kreislauf erfüllend, aus den Meeren und Seen wieder aufzusteigen (T.14-17). Der Vers wird mit dem Allmacht-Motiv abgeschlossen, denn Gott ist mit seiner organischen Kreatur im Wasser geboren (T.18-24).

 

Vers VI

S.Fr. bringt das Feuer in einen eindeutigen Zusammenhang mit der Sonne, denn er wiederholt an dieser Stelle „und Jener ist schön“ (et ello è bello) und „Leuchten“, respektive „Erleuchten“ (ennallumini) aus dem zweiten Vers wörtlich. Ich entspreche dem musikalisch durch das Sonnenmotiv (T.40/41& 53,Vcl) und dem Motiv des Schöpfungsstrahls (T.19-23 & 29-31). 

Es kam mir stets seltsam vor, dass einer, der in der winterlich kühlen Umbria lebt, die praktische Seite des Feuers als Wärmespender nicht einmal erwähnt, sondern dieses vor allem als „schön“ empfindet. Es bekräftigt meine Annahme, dass Franziskus den Schöpfer eben vor allem in der Schönheit der Kreatur erkennt.

Das Feuer, gleich wie die Sonne, ist Er-Leuchter in einem direkten und einem übertragenen Sinn. Dem ersten Aspekt gebe ich Ausdruck von T.44-49, wobei ich den Quartensprung (1.Sopr. in T.47) immer wie einen Funken empfinde, dem zweitem Aspekt von T.82-89. Er mündet zum Schluss wie in einer Konsequenz im Beatitùdine-Motiv (T.90-95). Als Lichtbringer der Nacht, erscheint ebenfalls das Mondmotiv (T.65-69) und auch das Thema der Feste, Tanz und Feiern (T.55-65). Weitere Leitmotive bringen zusätzliche Gedanken in diesen Vers: Zum Beispiel kommt das Wassermotiv zweimal vor (1.Vl. T.32-37 & dominierend in T.50-53). Hier spiele ich auf die Taufe an: Gleich wie das Feuer eine reinigende Wirkung hat (Feuertaufe) und einen Übertritt in ein neues Stadium bewirkt, so ist auch die „Wasser“-Taufe eine Reinigung und Neueintritt. Auch der Anfang des Todesmotiv erscheint an einer Stelle (T.25-27 in B.Sax & Pos.), denn in vielen Kulturen – wie auch in unserer Kremation - werden die Toten verbrannt, das Feuer also mit dem Tod in Verbindung gebracht. Weil ich persönlich von dieser Praxis nicht besonders überzeugt bin, kommt das Motiv auch nicht vollständig vor. Ansonsten enden alle Themen – besonders das auflodernde Anfangsthema – stets im Feuermotiv, welches im Charakter entschieden und stark (robustoso e forte) ist.

 

Vers VII

Eines der Merkmale im Cantico ist, dass alle Kreatur in Bezug und vom Standpunkt des Menschen aus gesehen wird, was einige Experten dazu verleitet hat, die Sicht von S.Fr. als „anthropozentrisch“ zu bezeichnen. Ich bin nicht dieser Meinung, denn wie schon erwähnt, geht die Franziskanische Brüderlichkeit (fratelanza) eben nicht von der Trennung des Schöpfers von seiner Schöpfung aus. Folglich erhält jede Kreatur als göttliche Emanation ihren eigenen Existenzwert (Schöpfungsstrahl T.52-60) und steht natürlich in Bezug zum Menschen, aber nicht in anthropozentrischer Art, sondern als „Bruder“ und „Schwester“, genau so wie S.Fr. sie im Cantico bezeichnet. 

Die Zahl Vier - und das entsprechende Intervall der Quart – ist die Zahl des Menschen. (PS: als ich das Oratorium entwarf, hatte ich mich noch nicht mit der Pythagoreischen Zahlensymbolik und der griechisch antiken Musik befasst). Das eigentliche Leitmotiv ist der Quartenaufstieg in T.61/62 und der „Ruf zur Erde“ (T.14/15) mit der Antwort der „ägyptischen“ Quint (T.16/17; siehe dazu „Mensch, Musik und Kosmos“). Der ganze Vers hat generell schon eine latente Quarthaltigkeit durch den Chor, dessen Melodiephrasen stets in Quarten enden (T.21-24 & 45-48). Dieser symbolischen, eher mystischen Deutung wollte ich etwas irdisch Bodenständiges entgegensetzen, was in dem volkstümlichen Thema (T.1-12 & 28-32/37-41 & 63/64) seinen Ausdruck findet.

Die Erde ist ausserdem eine endliche Sphäre, wo Geburt und Tod nahe bei einander liegen und die Zeitspanne bewusst wahrgenommen wird. Deshalb ist das Todesmotiv auch dem hier verwendeten Chorthema verwandt und kommt selbst oft vor (T.21,23,25,41,45,47). Meist ist während oder sofort nach dem Todesmotiv auch dasjenige des Friedens wie eine Mahnung mit involviert (T.22,23,24,26,46,48). (Ich meine damit, dass es weder für einen vernünftigen, noch für einen christlich-religiösen Menschen einzusehen ist, warum Kriege, mit dem vernichtenden Ziel des sicheren Todes geführt werden.) Da die irdische Sphäre Teil des Universums ist, kommt ebenfalls das Allmachtmotiv (T.44/45) - aus dem der Chor mit dem Thema der Erde anhebt – vor.

 

Vers VIII

Die letzten zwei, respektive drei Verse hat S.Fr. offenbar erst später hinzugefügt, und zwar als ein Arzt ihm den bevorstehenden Tod mitteilte. Tatsächlich ist dieser letzte Abschnitt in Struktur und Thema zum bisherigen Text verschieden. Mir scheint aber durch den starken Bezug zum Vorangehenden, dass kein inhaltlicher Bruch entsteht: Die Seligpreisung in Vers 8 derjenigen, die nach Gottes Liebe handeln, also dem Willen der Schöpfung (Allmachtmotiv T.23-30) entsprechen, stellt die Verbindung zu den ersten sieben Versen eindeutig her. Dass diese Liebe oder Willen sich vor allem in der Einhaltung und „Unterstützung des Friedens“ äussert, ist dem Franziskus sicher ein ganz zentrales Anliegen. Man denke an seine Syrienreise oder den Franziskanischen Gruss: „pace e bene“ (pax et bonum). Deshalb benenne ich auch den zweiten Teil des Beatitùdine-Motiv als Friedensmotiv. Diese göttliche Liebe zu begreifen und ihrem Willen zu entsprechen bedeutet ihm: Er-leuchtung. Deshalb das Sonnenmotiv und gleichzeitig dasjenige des Schöpfungsstrahls (T.37,38,39). Die Sonne bewirkt ausserdem den Regenbogen, dessen Farben das Zeichen des Friedens sind.

Direkt vorher erscheint in T.31-34 das Thema, welches in Vers I auf die Textstelle „la gloria e l’honore“ und in Vers IX auf „la morte secunda“ kommt. Gleichzeitig erklingt auch das Wassermotiv, was hier soviel wie die „Taufe zum Christ“ bedeutet. Diese Abfolge von Themen und Motiven (T. 31-39), symbolisch wie eine Initiation, mündet im Motiv der Beatitùdine (T.41-47) auf den Text „werden von Dir gekrönt“ (sirano incoronati).        

 

Vers IV   

Ich wollte das Todesmotiv und das sich daraus entwickelnde Thema so schlicht, einfach und emotional neutral halten wie möglich. Der Tod ist! Er ist weder gut noch schlecht, weder traurig noch fröhlich; er ist höchstens eine Spur melancholisch, weil eine schöne Gewissheit vergeht und eine Ungewissheit, welche auch immer Furcht in sich birgt, beginnt. Der Tod ist eine Tatsache.

(PS: das Pizzicato-Thema der Streicher darf deshalb auch nicht schleppend gespielt werden.)

Die Ungewissheit des Todes ist zwar für einen gläubigen Menschen wie Franziskus sicher nicht beängstigend, es ist aber trotzdem interessant, dass er mit keinem Wort irgendetwas wie „Erlösung“ erwähnt und keinen Gedanken an ein Paradies richtet. Einzig: „die in Deinem Willen leben, denen wird der zweite Tod (Jüngstes Gericht) nicht weh tun“. In keiner Art und Weise glorifiziert er den Tod, sondern mit „kein Mensch kann ihm entwischen“ (skappare) impliziert er, dass die Welt, das Leben eben lebenswert und schön ist. Dies ist konträr zu der damaligen Auffassung, wonach Gott zwar gut, die Kreatur aber schlecht ist. (Noch Luther spricht vom „Jammertal“) und es bestätigt erneut seine diesseitige Haltung, welche durch die Erkenntnis des göttlichen aus gerade diesem Diesseits verständlich wird. Was bleibt ist die Hoffnung und die Gewissheit, dass wer nach „Deinem heiligen Willen“ (Evangelium) lebt, schon nichts zustossen wird. Indem in Vers I das gleiche Thema bei „a te solo, Altissimo, se konfano“ wie in diesem Vers bei „ka la morte secunda no’l farrà male“ vorkommt, und sofort danach auch noch das Sonnenmotiv erscheint, gebe ich dieser Hoffnung Ausdruck.

 

Vers X

Normalerweise werden die letzten zwei Zeilen dem neunten Vers zugezählt. Ich bin allerdings der Meinung, dass sie innerhalb des Cantico eine eigene Einheit bilden, da sie sich in einem wesentlichen Punkt von allem Vorherigen unterscheiden: Alle Verse bisher beginnen mit „gelobt sei“ (laudato si’), während hier plötzlich eine Aufforderung kommt: „lobet“ (laudate) und etwas später „danket und dienet Ihm“ (rengratiate e seviateli). Es mag sein, dass S.Fr. im Bewusstsein seines bevorstehenden Todes sich bereits ausschliesst zusammen mit seinen Gefährten den Herrn lobpreisen zu können, sie aber ermahnen will, dies auch in Zukunft zu tun. Es kann auch sein, dass er, um den Cantico abzuschliessen, den Text wie mit einem Epilog über seine Zeit hinaus tragen möchte. – Wie auch immer, in beiden Fällen scheint mir eine Zäsur zu den vorherigen Versen deutlich erkennbar. Musikalisch dominierend in diesem Vers ist das Allmachtmotiv (T.76-84 & 94-97 & 104-106), unterbrochen durch die Motive des Schöpfungsstrahls (T.85-93) und des Todes (T.99-101).

Mein eigenwilliges Ende, den Cantico mit dem Franziskanischen Gruss „pace e bene“ abzuschliessen, empfinde ich als angebracht und als schönen Gestus diesem wundervollen Text gegenüber, dessen Existenz mit der tiefen Einsicht in das Wesen der Kreatur schon allein ein „Vollwunder“ ist.

 

Vergegenwärtigen wir uns wann und unter welchen Umständen diese Verse erfunden wurden, so tritt ihre Schlichtheit und vor allem die einzigartige Persönlichkeit des S.Fr. umso mehr zu Tage:

-         er ist gesundheitlich angeschlagen – schwach und praktisch blind. Er weiss während der Komposition der letzten Verse, dass er in Kürze sterben wird;

-         seine Stigmata, die er vor seinen Gefährten verbirgt, schmerzt ihn so sehr, dass er auf einem Esel befördert, sich zu seiner Freundin Klara nach San Damiano in Pflege begeben muss;

-         im Orden, seinem Lebenswerk, kommen erneut Tendenzen auf mit denen er nicht einverstanden ist; und zwar spitzt sich die Lage derart dramatisch zu, dass eine Spaltung sich anbahnt.

Welche Reaktion auf diese hoffnungslose, ja verzweifelte Situation könnte man von einem gottesfürchtigen Menschen mit Stigmata, also einer bereits jenseitigen „Auszeichnung“ nun erwarten? Wahrscheinlich dass er zu Gott betet er möge ihn zu sich nehmen und aus den Qualen erlösen. Vielleicht ihn auch bittet die prekäre Lage irgendwie zum Guten zu biegen. Nichts dergleichen tut Franziskus. Er erfindet einen der schönsten Lobgesänge der Literatur- und Religionsgeschichte, preist Dinge, an denen er selbst kaum mehr teilhaben kann, (wie viele Sterne sieht ein Blinder?), heiligt das Diesseits, welches ihm Pein und Schmerzen verursacht und in dem er keine Zukunft mehr hat; und lobt es in einer Art und Weise, die wie ich meine, eben „wundervoll“ ist.

 

 

PREGHIERE

 

Durch die Texte von San Francesco im zweiten Teil des Oratoriums, vertieft sich meine Ansicht, dass sein Lebens- und Weltverständnis qualitativ mit den relativ kurz nach seinem Tode folgenden philosophisch ausgedrückten Gedanken des Thomas von Aquin übereinstimmt.

So zum Beispiel im Preghiera a San Damiano. Er bittet im ersten Vers: „erleuchte die Dunkelheit(en) meines Herzens.“ Indem er die Dunkelheit in der Mehrzahl als Dunkelheiten nennt, wird auf einen grundlegend intellektuellen Vorgang hingewiesen, welcher dann aber – meiner Ansicht nach typisch für ihn – sich im Herzen verankern soll. Mir gefällt natürlich der Gedanke Wissen ins Herz, Gefühl zu transponieren, nur scheint es mir hier als gehe es ihm noch um mehr: Wissen, welches nicht in die Tat umgesetzt wird, ist totes Wissen. Aber nur das Herz kann Erkenntnis in die Tat umsetzen.

Im zweiten Vers bestätigt sich dann die Parallele zu Thomas von Aquin durch die Abgrenzung vom Glauben zum Wissen vollends: „gib mir einen festen (geradlinigen, richtigen = retta) Glauben“. Die Bitte um einen richtigen oder festen Glauben impliziert einerseits, dass es auch einen falschen oder nur schwach empfundenen geben könnte und andererseits, dass der Glaube nicht eine Tugend ist, also vom Menschen produziert, sondern ihm gegeben wird. Wie wir sehen werden, erwähnt er tatsächlich im „Lobpreis der Tugenden“ den Glauben überhaupt nie.

Gleich darauf die dritte und letzte Bitte: „gib mir Vernunft (Verstand) und Urteilskraft Deinen Willen zu erfüllen“. Wenn also der Glaube eher passiv, ein zu erhaltendes Geschenk ist, so ist die Erkenntnis des Göttlichen Willens nunmehr eine aktive Verstandesleistung. Genau das, was Thomas von Aquin mit den fünf Gottesbeweisen durch die Vernunft versucht. Gleichzeitig ist dieser Satz eine klare Absage an die augustinsche Schicksalstheorie. Mir ist und bleibt es daher ein Rätsel, wie gerade der Franziskanerorden sich später so sehr gegen die thomitische Theologie stellen konnte!? (Weil sie aus dem Dominikanerorden stammt?)

Immer wieder geht aus den beiden Lebensbeschreibungen des Thomas von Celano deutlich hervor welchen herausragenden Stellenwert das Preghiera del Signore für San Francesco hatte. Ich bin der Meinung irgendwo gelesen oder gehört zu haben, dass der Heilige seine Brüder anhielt dieses Gebet stets zu wiederholen und um den Inhalt kreisend, dessen Gehalt mit anderen Worten neu auszudrücken, respektive auszulegen. Diesen Rat habe ich in meinem deutschen Text befolgt.

Da von der Orchestrierung her während dem ganzen Oratorium die Orgel irgendwie das Göttliche verkörpert und alle anderen Instrumente dessen Emanationen in der Schöpfung ausdrücken, schien es mir folgerichtig, dieses „Gebet des Herrn“ neben dem Gesang ausschliesslich mit der Orgel zu begleiten. Aus einer ähnlichen Überlegung ist das vorangehende, sehr persönliche Gebet von San Francesco in San Damiano bloss durch eine Singstimme wiedergegeben.

Beim vertonen des „Vater unser“ hatte ich oft ein Bild vor Augen: eine ältere Frau aus einem der kleinen Dörfer des Maggiatals betet den Rosenkranz: Ein Ritual. Wegen ihren Alltagsmühen hat sie nicht die Musse sich auf das Wort zu konzentrieren. Und trotzdem wirkt es auf sie durch die Macht des Rituals und der Worte selbst. Sie begreift ihren Sinn, ohne sie zu verstehen. Ich habe das Stück damals in Gordevio an der Orgel komponiert und machte so lange rum, bis ich das Gefühl hatte, jetzt kriege ich ein klein bisschen von einem göttlichen Glanz in die Kirche. Ich wollte, dass meine alte Frau ohne jegliche musikalische Schulung und überhaupt ohne jegliche Vorkenntnisse etwas von dem Glanz und der Glorie dieses Gebets mitkriegen kann.  

 

 

SALUTATIO VIRTUTUM

 

S.Fr. schreibt diesen Text nicht wie den Cantico in vulgärem Italienisch, sondern in Latein. Da er gemäss Thomas von Celano nicht besonders gut in Latein war, liegt die Vermutung nahe, dass er durch diese formelle Erhöhung dem Text einen besonderen Nachdruck verleihen wollte. Er führt darin sechs Tugenden auf, die er in drei Geschwisterpaare unterteilt, also drei Kardinaltugenden mit ihren verwandten Entsprechungen.

 

Im ersten Vers begrüsst er mit „Ave“ die „Königin“ aller Tugenden: die Weisheit, das Wissen. (Ave regina sapientia) PS: Schon wieder dieser Einklang mit Thomas von Aquin!! Die Schwester der Weisheit ist die Einfachheit (Simplicitate). Das stimmt natürlich in einem praktischen, wie in einem religiösen oder philosophischen Sinn. Je mehr wir praktisch von einer Sache verstehen, desto einfacher kommt sie uns vor, und zu je mehr Weisheit wir gelangen oder uns Wissen aneignen, desto einfacher werden wir unser Dasein gestallten und desto einfältiger das Leben bestaunen. Das haben vor S.Fr. schon etliche griechische Philosophen gelehrt und gleiches wird auch im Alten, wie im Neuen Testament bezeugt. (PS: Im Gegensatz zu den Griechen nach Pythagoras, die den Freund als Spiegelbild in den Mittelpunkt einer verwandten Beziehung stellten - da er frei gewählt wird und nicht vom Schicksal gegeben ist - betrachtet S.Fr. sowohl im Cantico wie auch hier, die Geschwisterbande als die größtmöglichste Beziehung.)  

 

Die Kardinaltugend im zweiten Vers ist die Armut. Sicherlich für S.Fr. einer der wichtigsten Aspekte des Lebens überhaupt, wobei sich die Armut nicht allein im materiellen Dasein, sondern auch in einer geistigen Haltung erfüllen soll. Deshalb heißt die Schwester der Armut denn auch „Demut“, respektive „Bescheidenheit“. Musikalisch habe ich diesem Vers eine Art volkstümliche Fröhlichkeit verliehen; denn Armut hat in einem Franziskanischen Sinn nichts mit Unwürde oder Bürde zu tun, sondern ist eine glückselige Befreiung von den materiellen Bürden und Zwängen. Die Minderbrüder führen fröhlich und zufrieden durch Almosen sammeln dem Volke die Armut vor und der Volksspruch erwidert dem auch mit: „Geld macht nicht glücklich“. Das gemeine Volk ist überall und immer arm, deshalb aber nicht unglücklicher, sondern nur ungerechter dran als die Vermögenden.    

   

Im dritten Vers wird der Caritas (Barmherzigkeit, Nächstenliebe) als Schwester die Folgsamkeit, der Gehorsam beigesellt. Die Verwandtschaft dieser beiden Tugenden scheint nicht so einleuchtend wie die Geschwisterpaare in den ersten beiden Versen. Ich glaube hier ist eine Parallele, vielleicht sogar ein absichtlicher Hinweis zur Bergpredigt gegeben, indem das Befolgen der Gebote die Nächstenliebe in sich trägt. Darin sehe ich eine innere Logik: denn wer gehorsam den Geboten folgt, wird unweigerlich ein barmherziger Mensch.

 

Der vierte Vers erwähnt ausdrücklich, dass diese sechs Tugenden zu Gott führen und von ihm stammen. Aus den gleichen Gründen wie bereits im Preghiera del Signore begleite ich diese mächtige Textstelle ausschließlich mit der Orgel.

Interessant in den ersten vier Versen scheint mir, dass der Glaube als Tugend nicht vorkommt. Dafür gibt es meiner Ansicht nach nur eine Erklärung: S.Fr. sieht in diesen Tugenden den Willen Gottes, welchem umgekehrt der Mensch mit seinem eigenen Willen folgen kann oder nicht. Der Glaube aber ist ein Geschenk, welches der Mensch nicht willentlich und mit guten Absichten sich aneignen kann. Dies bedeutet, dass ein tugendhafter Mensch nicht unbedingt auch ein gläubiger Mensch sein muss, was wiederum die Tugenden über den Glauben stellt.

 

Der fünfte Vers, in welchem steht, dass niemand auch nur eine Tugend erwirbt ohne vorher zu sterben, ist irgendwie überraschend. Fast möchte man meinen er beziehe sich auf alte Mythen, wo der Held bei der Überwindung von Drachen und ähnlichem wie durch den Tod gehend seine Heldenhaftigkeit injiziert. Auch Christus ist in der Wüste den Versuchungen begegnet. Persönlich glaube ich, S.Fr. meint nichts von all dem, sondern erinnert sich viel mehr an seinen eigenen Wandel vom reichen Vatersöhnchen zum Minderbruder.

 

Im letzten Vers weist er auf den Zusammenhang aller sechs Tugenden hin. Sie haben nicht bloß als Geschwisterpaare einen Bezug zu einander, sondern jede einzelne Tugend ist auch mit jeder anderen verstrickt: „Wer eine hat und nicht wider die andern handelt, besitzt alle. Und wer eine verletzt, hat nichts und verletzt alle“. Einfachheit, Armut, Demut und Barmherzigkeit bilden eine einleuchtende Einheit. Dazu kommt die Weisheit, weil sie zu ihnen führt und umgekehrt die anderen zur Weisheit führen. Deshalb ist die Weisheit auch die „Königin“ aller Tugenden. Als letzte gesellt sich noch der Gehorsam zu ihnen, weil er in der Befolgung des Evangeliums im Allgemeinen, oder eventuell spezifisch der Bergpredigt, natürlich in direkter Verbindung zu allen anderen Tugenden steht.

Das Salutatio Virtutum hat etwas Hermetisches in sich und ist wie eine Antwort oder Kodex für ein menschliches Verhalten auf die Erkenntnis des Göttlichen Wirkens im Cantico delle Creature. Deshalb schließe ich auch diese Komposition, gleich wie den Cantico, mit dem Franziskanischen Gruß: „pace e bene“.         

 

                                        

 

                                                                                                              

 

   

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