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Schweiz
Berner Zeitung: Rundum gutes Theater
Die Geschichte einer Holzpuppe, die zum Leben erwacht: Im Nuithonie von Villars-sur-Glâne war das Musiktheater „Collodis Pinocchio“ herrlich gespielt vom Talman-Ensemble und applaudiert von einem zahlreichen Publikum.
…. , eine Puppe, die zum Leben erwacht und wissen will, was Leben überhaupt ist….. eine komplizierte Geschichte, in der viel Mysteriöses steckt und die alles andere als ein Spiel für Kinder ist….. Theater auf zwei Ebenen, voll gespickt mit Sinnfragen und einigen Antworten: „In der Schule machen sie aus dir eine Marionette, damit du dich später fügst und von morgens früh bis abends spät abrackerst“, sagt Docht und entführt Pinocchio ins Schlaraffenland……..
Collodis Pinocchio lebte allerdings nicht nur von der Sprache, sondern ebenso von der Musik. Das italienische fünfköpfige Ensemble der „Accademia Amiata“ verlieh dem Stück viel Verve und erinnerte mit seinen Melodien (Musik von Tommy Fortmann) an Brecht-Songs, Fellini-Filme und an italienische „Dolce vita“.
(I.Lehmann)
ensuite kulturmagazin: Eine berühmte lange Nase
…… Nun kam „Collodis Pinocchio“ als Musiktheater nach Burgdorf. Ursprünglich hatte der Komponist Tommy Fortmann „Pinocchio“ fürs Opernhaus Zürich musikalisch umgesetzt: von den 30 Aufführungen waren 28 ausverkauft! Nach dieser aufwendigen und gigantischen Zürcher Version schrieben der Berliner Regisseur Horst Lonius und Tommy Fortmann den Text und die Partitur für ein kleineres Ensemble und eine einfachere Ausstattung um. Nur noch sechs Schauspieler und fünf Musiker; umgesetzt vom Talman-Ensemble und Musikern der Accademia Amiata.
Auch diese „kleinere“ Version ist sehenswert: der „neue Pinocchio“ ist fantasievoll und mitreißend. Das Stück steht offensichtlich in einer europäischen Tradition des Musiktheaters – und weniger des amerikanischen Musicals. Die einzelnen Titel sind bewusst kurz gehalten und integrierender Bestandteil der Geschichte. Sie erzählen sie weiter, anstatt „nur“ zu illustrieren. Die Musik wirkt originell und ungeschliffen wie eine toskanische Banda und klingt trotz moderner Musiksprache stets wie ein Gassenhauer.
Der neue Pinocchio bietet auch inhaltlich einige Überraschungen: Auf der Bühne wird nicht einfach „Pinocchio“ nacherzählt – vielmehr ist die Entstehungsgeschichte Teil der Handlung. An einem hässlichen Karnevalsmorgen fällt Carlo Collodi ein, dass er an diesem Tag noch eine tüchtige Schuld zu begleichen hat……
(K. von Wartburg) |